Kloster Ettal in Oberbayern: 700.000 Euro Entschädigung für die Missbrauchsopfer
Samstag, 24. September 2011
Der Verein der Missbrauchsopfer würdigte in einer Stellungnahme "Mut und Anstand" der Ettaler Benediktiner bei der Aufarbeitung des Skandals. Mit den Entschädigungszahlungen setze das Kloster Maßstäbe.
In der Klosterschule samt Internat hatten sich Ordensgeistliche jahrzehntelang an Schülern sexuell vergangen und die ihnen anvertrauten Buben teils massiv geschlagen oder seelisch drangsaliert. Der Missbrauchsskandal war Anfang 2010 bekanntgeworden . Auf Druck des Münchner Erzbischofs, Kardinal Reinhard Marx, trat Abt Barnabas Bögle zurück, kehrte aber nach der Rehabilitierung durch den Vatikan ebenso wie Schulleiter Maurus Kraß wieder in sein Amt zurück.
Nun soll auch die wissenschaftliche Aufarbeitung des Skandals beginnen. In Abstimmung mit dem Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer sei das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Untersuchung beauftragt worden, teilte die Abtei mit. Der Bericht des IPP soll demnach bis Sommer 2012 vorliegen. Die Ergebnisse wolle man in ein bereits laufendes Präventionskonzept des Klosters einfließen lassen, hieß es weiter.
aar/dapd/dpa
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