Jesuiten bieten 5000 Euro Entschädigung
Donnerstag, 3. Februar 2011
Vor einem Jahr kamen die ersten sexuellen Missbrauchsfälle in deutschen Jesuitenschulen ans Licht und lösten eine Lawine aus. Nun hat der Orden jedem Opfer 5000 Euro Entschädigung angeboten. Vielen Betroffenen ist das aber viel zu wenig.
Das Angebot sei am Dienstag zunächst per E-Mail verschickt worden, Briefe sollen in den nächsten Tagen ankommen, sagte Ordenssprecher Thomas Busch am Mittwoch in München und bestätigte entsprechende Medienberichte. Bislang hatte der Orden keine konkrete Summe genannt, sondern von einer vierstelligen Zahl gesprochen. Opferverbände kritisieren das als viel zu wenig. Sie fordern bis zu 82 400 Euro pro Person.
Die Jesuiten gehören zu den ersten kirchlichen Einrichtungen, die nach dem Missbrauchsskandal konkrete finanzielle Angebote an die Opfer machen. Ordenssprecher Busch nennt das Angebot allerdings nicht Entschädigung, sondern eine «Anerkennungszahlung». Das Leid der Opfer könne man finanziell nicht wiedergutmachen, betonte er. Die Betroffenen würden auch um Geduld gebeten. Umgesetzt werden solle das Angebot in Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz. Würden alle Opfer, die sich bisher beim Orden gemeldet haben, 5000 Euro annehmen, ginge es für die Jesuiten insgesamt um rund eine Million Euro.

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