Missbrauchsskandal Noch weniger wollen Priester werden
Sonntag, 1. August 2010
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01.08.10
Eine schnelle Trendwende sei jedoch nicht zu erwarten. „Man kann die Schäden eines Erdbebens nicht durch gute Worte beseitigen, sondern indem man auf dem Fundament Aufbauarbeit leistet“, sagte der Erzbischof. „Wir durchleben große Erschütterungen, ja die wohl tiefste Krise der katholischen Kirche in Deutschland seit 1945.“ Die Kirche müsse dies als Chance verstehen. „Mit vereinten Kräften wollen wir versuchen, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.“
„Noch sorgfältigere Auswahl“
„Durch den Skandal ist ein ganzer Berufsstand beschädigt worden und bei so manchem in Misskredit geraten, was ungerecht und unfair ist“, sagte Zollitsch. „Das sündige und verabscheuungswürdige Verhalten einiger Priester hat den ganzen Beruf in der öffentlichen Wahrnehmung erfasst.“ Dadurch habe der Priesterberuf ein falsches Image bekommen. „Es ist völlig übersehen worden, was die mehr als 99 Prozent der Priester, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen, eigentlich in den Gemeinden und für die Gesellschaft leisten.“Der Rückgang der Bewerberzahlen lasse sich durch eine starke Verunsicherung erklären. „Ein weiterer Grund liegt in unserer noch sorgfältigeren Auswahl.“ Es gebe intensive Vorgespräche, an denen auch Psychologen beteiligt seien. „Bei diesen Gesprächen wird geprüft, ob die Interessenten die richtige Motivation, die Kommunikationsfähigkeit und auch die Reife mitbringen, diesen Weg einzuschlagen.“ Zur Zahl der Bewerber, die abgelehnt werden, machte Zollitsch keine Angaben.
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