Augsburger Bischof: Sexueller Missbrauch – Walter Mixa unter Verdacht
Samstag, 8. Mai 2010
Schwere Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat gegen den Geistlichen Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet. Dies berichtete die „Augsburger Allgemeine" in einem Vorab-Bericht. Eine Sprecherin des bayerischen Justizministeriums bestätigte in München den Bericht.
Danach beziehen sich die Ermittlungen auf einen Fall aus Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt zwischen 1996 bis 2005. Nach Informationen der Zeitung hat die katholische Kirche selbst die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Augsburger Generalvikar Karlheinz Knebel bestätigte, sein Bistum habe „Hinweise, die jetzt gegeben wurden", weitergeleitet und angezeigt.

Eine Sprecherin des bayerischen Justizministeriums bestätigte die Vorermittlungen. Um wen es sich bei dem mutmaßlichen Opfer handelt, sei noch unklar. Der Augsburger Generalvikar teilte mit: „Hinweise, die jetzt gegeben wurden, hat das Bistum Augsburg in Übereinstimmung mit den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz den zuständigen Stellen zur Kenntnis gebracht und angezeigt." Die Deutsche Bischofskonferenz wollte sich zu dem Fall zunächst nicht äußern.
Mixa hatte nach wochenlanger Kritik am 21. April beim Vatikan seinen Rücktritt eingereicht. Ihm war zuvor in mehreren eidesstattlichen Versicherungen vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) Heimkinder brutal mit der Faust und Stock geschlagen zu haben.
Der Bischof hatte die Prügel-Vorwürfe zunächst geleugnet und erklärt, er versichere „reinen Herzens", niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Später hatte er dann doch Schläge - allerdings allenfalls Ohrfeigen - eingeräumt und für alle Fehlleistungen um Verzeihung gebeten.
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