Sinéad O'Connor über eine brutale Variante des Katholizismus
Samstag, 10. April 2010
El País - Spanien | Mittwoch, 7. April 2010
Sinéad O'Connor über eine brutale Variante des Katholizismus
Die irische Sängerin Sinéad O'Connor bezieht Stellung zum Entschuldigungsbrief des Papstes in Bezug auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Irlands und schreibt in der linksliberalen Tageszeitung El País: "Als ich ein Mädchen war, war Irland eine katholische Theokratie. Kam einem ein Bischof auf der Straße entgegen, wich man zur Seite, um ihn durchzulassen. Wenn er einer Sportveranstaltung beiwohnte, kniete die Mannschaft nieder und küsste ihm den Ring. ... Für viele Iren ist der Brief des Papstes nicht nur eine Beleidigung an die Intelligenz, sondern auch an unseren Glauben und unser Land. Um den Grund dafür zu verstehen, muss man bedenken, dass wir unter einer brutalen Variante des Katholizismus gelebt haben, die auf der Demütigung von Kindern basierte. ... In dem Brief schreibt Benedikt, dass er sich vor allem darum sorgt 'den Opfern zu helfen, gesund zu werden'. Doch er verweigert ihnen das, was ihnen dabei helfen könnte: ein umissverständliches Geständnis des Vatikans, dass er den Missbrauch gedeckt hat. Stattdessen versucht er, das Decken zu vertuschen."
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